Kunst und Leben - 20 Dinge über mich und die Kunst

Kunst und Leben – 20 Dinge über mich und die Kunst

Schon vor etlichen Wochen bin ich über ein Blogstöckchen gestolpert und immer wieder klopfte es an meine Schreibfinger. Gefunden habe ich es auf dem Blog von Tanja Praske und erst heute merke ich, dass das Blockstöckchen (s.u.*) ursprünglich nicht nur auf die Kunst bezogen war. Heute will ich über Kunst und Leben schreiben. Gerade der Bezug zur Kunst reizte mich. So bleibe ich dabei…

Kunst und Leben – 20 Dinge über mich und die Kunst

1. Kunst und Leben sind für mich untrennbar miteinander verbunden.

2. Kunst ist Ausdruck.

3. Das Leben als Künstlerin ist für mich die Möglichkeit keine Trennung von Leben und Arbeit zu leben.

4. Ich merke, dass ich mit Kunst nicht nur das Produkt oder Ergebnis verstehe, sondern auch gleichzeitig in Bezug auf mein Leben als Künstlerin setze. Eines bedingt das andere. Zudem ist meine Erzählkunst eher flüchtig. Nicht fest und bleibend, wie der Stein eines Bildhauers. Sondern flüchtig für den Moment des Spiels, wie der Atem in der kalten Winternacht. Flüchtig und vergänglich, wie das Leben.

5. Immer wieder stand ich am Scheideweg, musste mich immer wieder neu für die Kunst entscheiden: Pädagogik oder Kunst, Therapie oder Kunst. Der Sog der Kunst war immer größer. I am an artist.

6. Kunst ist wie der Horizont. Ich weiß, da ist etwas, ich sehe und erahne es. Je weiter ich gehe, je mehr ich mache – immer ist da dieses Entfernte. Künstlerisch arbeiten ist dieses Suchen, beharrliches Tun und Ausgerichtetsein auf diese innere Vision.

7. Kunst hat mein ganzes Leben begleitet. Dieses Bedürfnis zu gestalten und schöpferisch zu arbeiten ist stark. Ich kann gar nicht anders, als dem zu folgen.

8. Ja, künstlerisch zu arbeiten ist meine Lebensaufgabe, das fühle ich.

9. Das schöpferische Arbeiten in der Kunst ist für mich auch wie ein Spiegel der Schöpfung an sich. Dabei kann ich mich der Schöpfung, den Menschen, dem Sein und Leben nahe fühlen.

10. Zeit meines Lebens pendelte ich zwischen bildender und darstellender Kunst. Im Figurentheater zog mich gerade diese Verbindung an: zwischen handwerklich-bildenden Tätigkeiten und der Arbeit auf der Bühne, mit der Rolle und dem Theaterstück.

11. Schon immer haben mich all die Facetten der Kunst angezogen: ihre spirituelle, heilkräftige, handwerklich-sinnliche, philosophische Seite…

12. Kunst und Heilung zu verbinden brachte mich dazu Kunsttherapie zu studieren und später zukünftige Kunsttherapeuten zu unterrichten. Noch immer bin ich der Überzeugung, dass Kunst starke Heilkräfte hat. Doch möchte ich lieber selber künstlerisch arbeiten, statt Kunst als Therapieform anzuwenden. Zudem hat ja auch das Betrachten von Kunst eine Wirkung. Mit anderen Worten, wenn ich meine künstlerische Arbeit veröffentliche, hat das auch heilende Wirkung auf meine Zuschauer.

13. Es gab Jahre, in denen ich fast nur Biografien von Künstlern las und mich damit beschäftigte. Das Leben von Menschen, die ihre Lebenszeit ganz der Kunst weihten, faszinierte mich.

14. Mein erster selbstständiger Ausflug als Jugendliche war eine Fahrt nach München. Bin Tage und Wochen nur von einem Museum zum anderen gewandert. Trunken von Kunst und Farben. Manche Gemälde machten mich stolpern: verstauchte mir den Knöchel ob der Farbtrunkenheit.

15. In unserer Straße wohnte die Keramikerin und Künstlerin Maria Fitzen in einem Gartenhaus. Ich erinnere mich noch lebendig an die Intensität der Atmosphäre. Kunst roch nach feuchter Erde und stand mit nackten Füssen in der Tonerde.

16. Die Keramikbildhauerin Lee Babel wurde mir später zu meiner ersten wichtigen Lehrerin, die mir ein Gefühl für Proportion, Form und Gestalt vermittelte. Wenn ich mich recht erinnere, begann ich mit 8 Jahren regelmäßig Unterricht bei ihr zu nehmen und lernte über 12 Jahre. Bei ihr fühlte ich mich verstanden.

17. Es gab Lehrermangel in meiner Schulzeit. So fiel die meisten Jahre der Kunstunterricht aus. Heute weiß ich, dass das mein Glück war. Denn die Aufgaben, die uns in den wenigen Stunden des Kunstunterrichts gegeben wurden, haben meinen Hunger nach Gestalten nicht gestillt. Ich erinnere mich an eine Aufgabe in der 12. Klasse: aus kleinen Krepppapierkügelchen einen Muttertagsstrauss auf eine Styroporplatte kleben. Kindergartenbastelei in der Oberstufe – zeitgenössische Kunst?

18. Erst im Kunststudium hat mein Erwachsenenleben wirklich begonnen. Puppenspiel, Puppenbau, Malerei, Graphik, Keramik, Textil, Erzählkunst, Kunsttherapie lösten sich ab, waren miteinander verbunden, liefen lange Zeit parallel neben einander her, durchkreuzten sich. Ich arbeitete mal im Team, mal als Solokünstlerin. Ich hatte Glück und fand immer wieder inspirierende Lehrer und meinen Mentor Tony Montanaro.

19. Seit über 20 Jahren konzentriere ich mich auf die Erzählkunst, als meine aktuelle künstlerische Arbeit. Die darstellende Kunst ist mein hauptsächliches Medium, von dem ich lebe. Wobei ich schon auch die Vielfältigkeit der Tätigkeiten eines Solo-Theaters mag: Schreiben, Graphik von Blog, Flyer, Webseite, nähen der Kostüme, Auftritte, Erzählprogramme erarbeiten…

20. Aufhören will ich nicht mit dem künstlerisch arbeiten. Ruhestand, warten auf das Rentenalter, aufhören als Erzählkünstlerin zu arbeiten? Solche Gedanken sind mir fremd. Solange die Gesundheit es ermöglicht, will ich künstlerisch arbeiten. Wie sagt mein Puppenspielerkollege Martin Fuchs so schön:

Es gibt keine Arbeitszeit. Es gibt keine Freizeit. Es gibt nur Lebenszeit.

 


 

* Ein Blogstöckchen ist eine Aktion, um Blogger miteinander zu vernetzen. Manchmal ist es ein Fragenkatalog, der weiter gegeben wird. Blogstöckchen kann man im direkten Kontakt an einen anderen Blogger weiter werfen, oder sie einfach aufnehmen ( so, wie ich es mit diesem Thema gemacht habe ).

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3 Comments

  • Ein JUWEL! Oh, Uschi Erlewein, mein jubelndes JA! Nur biografisch kam ich aus der Quasi-Künstlerischen-Steinwüste – im Gegensatz zur Erlewein: Unter größter gesellsch. Hitze, staatlichen Achttausender-Bergen, bei Hunger, Durst und ‚Tod‘ und mit unsichtbarer Wiederbeatmung vieler Feen und Elfen, entließen mich alle meine alten Trolle im Juni in die Freiheit ‚dieser‘ so uschi-köstlich beschriebenen Kunst. LEBEN. BIN also GANZ am Anfang.

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