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Was ist Kreativität? Die Fähigkeit schöpferisch zu denken und zu handeln

Lesezeit: ca. 4 Min.

Kunst und Kreativität haben hier im Blog einen festen Platz. Deshalb nehme ich die Blogparade „Kreativität für alle“ von Nicole Gugger zum Anlass und will mir über den Begriff und die Frage „Was ist Kreativität“ Gedanken machen. Seit ich an diesem Beitrag schreibe, sprudeln die Worte und Ideen. Es gibt also demnächst mehr zum Thema Kreativität … Danke, Nicole!

 

Was ist Kreativität? Annäherung an den Begriff

Kreativität ist, nach meinem Verstehen, eine Grundfähigkeit des Menschen und hat nichts mit Talent zu tun. Ja, ich denke, jeder Mensch ist kreativ. Nur durch kreative Problemlösungen hat der Mensch es geschafft zu überleben.

Kreativität ist eher eine Art zu Denken, eine Sicht der Dinge und der Welt, eine Form der Wahrnehmung. Kreativität hat viel mit dem Sein zu tun. Sie ist wohl dort anzusiedeln, wo das Leben im Menschen daheim ist.

Kreativität hat viele Gesichter und kann sich auf viele Arten zeigen: einen neuen Vorhang nähen, die Wohnung einrichten, Märchenerzählerin werden, eine Software entwickeln, eine Gruppe leiten, einen Betrieb aufbauen, gärtnern,…

 

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Kunst, Schöpferkraft, Schöpferisches

Kreativität ist die Fähigkeit schöpferisch zu denken und zu handeln.
Sie ist also eine Voraussetzung für Ideen und künstlerisches Schaffen.
Kunst und Kreativität gehören zusammen.

 

Kunst ist eine sinnlich wahrnehmbare Form, in der Kreativität sichtbar wird.

 

Kreativität ist nicht nur eine Fertigkeit von Künstlern

Doch kann ich mir keinen Künstler vorstellen, der nicht kreativ ist. Künstler gehen so viel mit der Kreativität um und sind von ihr abhängig: denn da ist diese Verbindung zwischen Arbeit und den kreativen Anteilen der Persönlichkeit.

 

Kinder sind oft kreativer als Erwachsene

Warum? Ich bin der Überzeugung, dass Erwachsene oft im Laufe ihres Lebens ihre kreative Seite, verkümmern lassen. So wie viele die Beweglichkeit ihres Körpers nicht mehr nutzen und mit den Jahren steif und unflexibel werden, werden auch schöpferische, kreative Fähigkeiten vernachlässigt.

Es hat oft langfristige, zerstörerische Folgen, wenn man einem Kind sagt:

Sei still, du kannst nicht singen!

Du malst falsch, ein Pinguin ist nicht türkisfarben, sondern schwarz-weiß. Schlecht gemalt!

So ein Ausspruch setzt sich im Denken fest und macht häufig, dass die Kreativität eines Menschen vernachlässigt wird und verkümmert. Im Laufe meiner Arbeit als Kunsttherapeutin und Coach bin ich so mancher Person begegnet, deren Kreativität durch solche Urteile ausgebremst war!

 

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Kreativität üben und trainieren

Künstler, Erfinder, Architekten, Designer… es gibt etliche Berufsgruppen, die sich mit der Kreativität, mit dieser Art zu denken, auskennen. Weil sie sie regelmäßig üben.

Ja, üben!

Man kann Kreativität üben und trainieren, wie die Muskeln. Kreativität ist wie ein „Muskel des Denkens“, der Ideen schafft und den Gedanken eine neue Richtung gibt. Etwas unkonventionell zu machen, gegen den Strom schwimmen.

Man kann Kreativität unterstützen, aber nicht kontrollieren. Wohl aber sie zulassen, sie geschehen lassen und ihr eine sinnlich wahrnehmbare Gestalt geben.

Üben kann man, doch ist Kreativität nicht so etwas wie ein Kaugummiautomat, in den ich eine Münze werfe, der Apparat spuckt das Leckerli aus und ich bin kreativer denn je. Sprich: ich mache Kreativitätstraining + Übung xyz und  jetzt bin ich kreativ for ever!

Kreativität ist kein Motor, den man nur mit ein paar Kreativitätstechniken und Übungen füttern muss, damit er geniale Ideen ausgespuckt.

Zum Beispiel können künstlerische Tätigkeiten, wie zeichnen, malen, schreiben, musizieren, tanzen, bildhauern, ein Übungsfeld sein, um die Kreativität zu trainieren und um sie aktivieren.

Kreatives Arbeiten hat immer auch eine Auswirkung auf die Persönlichkeit.

Denn da ist immer ein Wechselspiel zwischen Wahrnehmung und Veränderung eines Menschen. Wenn man kreativ gestaltet, sich ausdrückt und neue Wege geht, dann erkennt und lebt man auch oft neue Seiten seiner Persönlichkeit.

 

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Wissen um den kreativen Prozess

Jetzt sind es über 30 Jahre, dass ich mich intensiv hauptberuflich mit Kunst und Kreativität beschäftige. Sowohl in Unterricht, Coaching, Regie, Kunsttherapie, als auch in meiner eigenen Arbeit als freischaffende Künstlerin und Erzählerin, erlebe ich das Auf und Ab der Phasen des kreativen Tuns. Dabei begleiten mich schon lange die Fragen, „Was ist Kunst? Was ist Kreativität?“

Wie geht es mir selber mit der Kreativität? Mein Gestaltungswille ist stark und ich brauche Möglichkeiten mich auszudrücken. Über die Jahre habe ich immer wieder erlebt, dass ich missmutig und krank werde, wenn ich nicht diese kreative Seite meiner Persönlichkeit lebe. Ich muss dem gestalterischen, kreativen Tun genügend Raum im Leben geben.

Das will aber nicht heißen, dass es immer leicht ist und ich keinen Blockaden gegenüber stehe. Zumal ich ja auch von den Früchten meiner Kunst lebe. Oh doch, Hindernisse, Zweifel, schwere Zeiten kommen und gehen, wie bei anderen Künstlern, immer wieder.

Nur habe ich gelernt mit ihnen umzugehen und damit zu leben. Ich kenne die Hürden recht gut und lasse mich vom künstlerischen Tun nicht abhalten. 

Beständig dranbleiben ist meine Devise.

Das Wesentliche dabei ist sich selber kennen zu lernen, wach zu sein während dem Gestalten. Zu wissen, was hindert und was förderlich ist. Und sich das Arbeitsumfeld entsprechend gestalten.

 

Lesetipp:

Mihaly Csikszentmihalyi:  FLOW und Kreativität: Wie Sie Ihre Grenzen überwinden und das Unmögliche schaffen (* bei Amazon anschauen)

 

 

 

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4 Comments

  • Kreativität und Neugier sind die beiden Dinge, die unseren Kopf auf Dauer jung und frisch bleiben lassen. Die Dinge immer wieder hinterfragen, neu zusammensetzen, den Blick über den Tellerrand werfen.
    Im Beruf kenne ich natürlich auch den Druck kreativ sein zu „müssen“. Die Blockaden, die dabei zwangsläufig entstehen sind nicht schön, aber bringen irgendwo auch ein Stück nach vorne.

    • Mir geht das auch so, Anke, ich begrüsse mittlerweile die Blockaden, denn sie zeigen mir, dass ich kurz vor einem Durchbruch bin. Nur darf ich nicht davon laufen, muss dranbleiben, dann zeigen sich Lösungen und neue Wege.

  • Hallo meine Liebe, erinnerst Du Dich? ich bin immer Mal wieder zu Besuch auf Deinen Seiten und freue mich über Deinen Blog, wann immer ich Tee aus der roten China Monsterflasche gieße, oder etwas beim OK Versand bestelle denke ich an Dich (natürlich auch bei vielen anderen Gelegenheiten), Deinen Blog zu lesen ist wie Dich reden hören, er entspricht Dir sehr!
    Ganz lieber Gruß von tanja

    • Was für eine Überraschung von Dir zu lesen, liebe Tanja! Ja klar, mein Elefantengedächtnis vergißt Dich doch nicht! Habe auch immer wieder an Dich gedacht…und freue mich sehr über Dein Feedback! Was besseres könnt ich mir gar nicht vorstellen, als daß Du mich reden hörst beim Lesen. Beim Zuhören, die Geschichten sehen und beim Lesen mich reden hören…ich hoffe, wir sehen uns bald einmal wieder! bis dahin liebe Grüße, Uschi

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